• Matthias
Donnerstag, 3. Dezember 2020

Deeskalation im Dannenröder Wald

Deeskalation im Dannenröder Wald – Unfälle aufarbeiten – friedlichem Protest Raum geben

Kundgebung: Deeskalation im Dannenröder Wald – Unfälle aufarbeiten – friedlichem Protest Raum geben

4. Dezember 2020 um 17 Uhr am Elisabeth-Blochmann-Platz in Marburg

Seit dem 1.Oktober werden im Herrenwald, Maulbacher Wald und im Dannenröder Wald östlich von Marburg wertvolle Ökosysteme für den Bau der A49 zerstört. Seit dem 10. November räumen Polizeihundertschaften aus dem ganzen Bundesgebiet mitten im Corona-Lockdown ohne Pause Baumhausdörfer von Umweltschützer*innen im Dannenröder Wald. Dabei kam es zu zwei schweren Verletzungen von Waldbesetzer*innen, bei denen Polizist*innen involviert waren. Zudem gab es viele gefährliche Situationen u.a. durch Rodungsarbeiten ohne den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand. Auch eine neutrale kirchliche Beobachter*in wurde Opfer von Polizeigewalt.

Die pausenlosen Rodungs- und Räumarbeiten erzeugen hohen psychischen Druck und gefährden sowohl Demonstrant*innen als auch Polizist*innen. Hinzu kommt bei der großen Anzahl von Polizistinnen aus dem ganzen Bundesgebiet die akute Infektionsgefahr. Leider wurde die Forderung der Hessischen Polizeigewerkschaft, den Großeinsatz wegen der Corona-Infektionsgefahr abzubrechen, abgelehnt. Offensichtlich sollen bzw. sollten die Rodungsmaßnahmen schnell zu Ende geführt werden.

In den letzten Wochen gab es zahlreiche Forderungen nach einem Rodungsstopp und einer Deeskalation durch Einsatzpausen, wenigstens an den Adventssonntagen. In dieser Woche forderten nochmals über 450 Menschen aus Marburg und der Region in einer Anzeige in der Oberhessischen Presse ‚Deeskalation durch Rodungsstopp im Dannenröder Wald.‘ Darauf wurde leider nicht reagiert. Stattdessen wurden mit schwerem Gerät pausenlos weiter Fakten geschaffen.
Mittlerweile ist die Trasse fast fertig geräumt und die Hebebühnen und Harvester stehen schon vor den letzten und ältesten Baumhäusern auf den riesigen alten Eichen und Buchen im Herzen des Dannenröder Waldes. Noch immer ist der Widerstand ungebrochen und auch für dieses Wochenende sind weitere Massenblockaden angekündigt. Am Freitag spielt der weltbekannte Pianist Igor Levit im Dannenröder Wald.
Bei einem Nikolausmarkt der ‘Danni-Eltern’ am Sonntag sprechen u.a. Luisa Neubauer von Fridays for Future und Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin der taz.

Die Kundgebung ‚Deeskalation im Dannenröder Wald‘ fordert einen sofortigen Rodungsstopp, um die Gefahrensituationen der letzten Wochen aufzuarbeiten und die Situation vor dem Hintergrund der neuesten ökologischen und juristischen Gutachten neu zu bewerten. Es muss zudem Raum geschaffen werden für friedlichen Protest, anstatt auch die letzten Fällarbeiten gegen massiven Widerstand und unter Gefährdung von Menschen auf beiden Seiten im Eiltempo durchzusetzen.

Bei der Kundgebung sprechen Menschen aus dem Widerstand gegen die A49, Vertreter\
innen der kirchlichen Beobachtung und Unterzeichner*innen des Appells ‚Deeskalation durch Rodungsstopp im Dannenröder Wald.‘
Infektionsschutz ist uns wichtig! Bei der Kundgebung besteht die Pflicht einen Mund-Nasen Schutz zu tragen und die Abstandsregeln zu beachten.

Einladende:
Dr. Sigrun Bennemann, PD Dr. Johannes M. Becker, Gero Braach, Dietmar Göttling, PD Dr. Maximiliane Jäger-Gogoll, Jan Schalauske, Dr. Sabine Schock, PD Dr. Jörg Schuster


Mit einem herzlich-solidarischen Gruß,
Maximiliane Jäger-Gogoll

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