15. Januar 2024
. Allein die verheerende Flut an Ahr und Erft 2021 hat Kosten von rund 40 Milliarden Euro erzeugt. © imago images/Future Image

  • Claus
Montag, 15. Januar 2024

Axel Friedrich fordert "Klima-Schuldenbremse"

„Derzeit belasten wir die künftigen Generationen mit hohen Klimaschulden."

Der Umweltexperte Axel Friedrich fordert eine Kehrtwende in der Finanzpolitik, damit künftige Generationen nicht von den kommenden Klima-Schulden erdrückt werden.

„ „… Die meisten Menschen haben nicht verstanden, dass wir heute schon Klimaschulden in extremem Umfang aufnehmen, die künftig bezahlt werden müssen – unter anderem, indem Schäden durch mehr Wetterextreme wie Hitzewellen, Dürren und Hochwasser zu begleichen sind. Allein die verheerende Flut an Ahr und Erft 2021 hat Kosten von rund 40 Milliarden Euro erzeugt. Das zeigt die Dimensionen, um die es geht. …

Jeder weiß, dass man investieren muss, um Klimaschutz zu machen – und damit horrende Klimaschulden zu vermeiden. …

Ich gehe von den 600 Euro pro Tonne aus, die die Entnahme von CO₂ durch technische Maßnahmen derzeit kostet. Deutschland emittiert aktuell rund 700 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Das ergibt 420 Milliarden Euro. Das ist mehr als der Bundeshaushalt 2023. …

Ich habe den Eindruck, dass weder der Bundesregierung noch der Opposition die Dramatik der Klimaentwicklung bewusst ist. Es geht ja nicht nur um einen abstrakten Wert wie 1,5 Grad. Wir erleben dramatische Veränderungen, Hitzewellen in den Meeren, riesige Waldbrände und Überschwemmungen zum Beispiel rund ums Mittelmeer, auf allen Kontinenten Hitzewellen ungekannten Ausmaßes, dramatisch abschmelzende Gletscher in der Antarktis. Die Ampel-Regierung aber bekommt nicht einmal ein vernünftiges Heizungsgesetz hin und lässt das Dienstwagenprivileg unangetastet, mit dem rollende Klimakiller gefördert werden. …

„Ganz klar, die Schuldenbremse muss für den Bereich Klima- und Umweltschutz abgeschafft werden, weil heutige Investitionen hier viel höhere Ausgaben in der Zukunft vermeiden. …“

Zitate aus einem Interview mit Axel Friedrich (heute freier Berater als Umwelt- und Verkehrsexperte, früher im Umweltbundesamt beschäftigt) in FR Online

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