Über uns

Unser Selbstverständnis

Entstehung

Bisherige Aktivitäten

Unser Selbstverständnis

Wir sind ein freier Zusammenschluss von Erwachsenen und sehen uns als Parents-for-Future-Marburg in Solidarität zur Fridays-for-Future-Bewegung.

Wir unterstützen die jungen Menschen in ihrem friedlichen Protest für einen ambitionierten Klimaschutz in Marburg, Deutschland und weltweit. Als Eltern-Generation sehen wir uns in besonderem Maße in der Verantwortung, die von uns maßgeblich verursachte Klimaerwärmung zu stoppen - für die Generationen unserer Kinder und Enkelkinder.

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ (Molière)

Unser Engagement umfasst sowohl die Arbeit in der lokalen Öffentlichkeit als auch die Durchführung eigener Aktionen zum Thema Klima- und Umweltschutz.

Unser Ziel ist es, den Fokus der öffentlichen Debatte auf Klima und Umwelt zu lenken. Dabei unterstützen wir die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ihrem Anliegen für eine konsequente Klima- und Umweltschutzpolitik. Wir wollen den Klima- und Umweltschutz in Marburg und der Region und in Deutschland stärken. Die Berücksichtigung von Klimagerechtigkeit ist uns dabei ein wichtiges Anliegen.

In den Erkenntnissen der internationalen Wissenschaft zum Klimawandel sehen wir dabei eine wesentliche Grundlage und Motivation für unser gemeinsames Handeln. Wir sehen, dass die Gefahren des Klimawandels in der Gesellschaft noch stark unterschätzt und immer wieder durch andere, aktuellere Themen überlagert, relativiert und verdrängt werden.

Daher vernetzen wir uns nicht nur mit den Fridays for Future, sondern auch mit Klimaaktivist*innen und klimabezogenen Initiativen wie zum Beispiel dem Klimabündnis Marburg. Wir verfolgen aufmerksam die klimabezogenen Aktivitäten in der Stadt Marburg und suchen dabei auch den Kontakt mit Vertreter*innen der Stadtverwaltung und politischen Parteien. Gleichzeitig sind wir unabhängig von politischen Parteien und Organisationen und weder Unternehmen noch institutionellen Interessengruppen verpflichtet.

Wir sind offen für Alle, die sich frei und kritisch für eine selbstbestimmte und lebenswerte Zukunft einsetzen. Alle, die sich mit unserer Arbeit sowie unserem Leitbild identifizieren, sind eingeladen, sich einzubringen und mitzuhelfen. Das Engagement in unserer Gruppe ist unabhängig davon, ob jemand selbst Kinder hat oder nicht.

Unsere Selbstorganisation ist basisdemokratisch und wir sind vielfältig. Rassismus, Sexismus, Homophobie, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung in jeder Form haben bei uns keinen Platz. Wir bekennen uns zur strikten Gewaltfreiheit.

\*© Parents for Future Marburg\*

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Entstehung

Die For-Future-Bewegung verändert Marburgs Klimapolitik

Am 20. August 2018 setzt sich Greta Thunberg zum ersten Mal vor das schwedische Parlament in Stockholm. Neben ihr steht ein Schild mit der Aufschrift »Skolstrejk för klimatet«, zu Deutsch »Schulstreik für das Klima«. In den darauffolgenden Monaten folgen immer mehr junge Menschen aus aller Welt ihrem Vorbild und bestreiken freitags die Schule, um für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu demonstrieren. Es gründen sich allein in Deutschland rund 500 Ortsgruppen von „Fridays for Future“.

Von Frühjahr bis Herbst 2019 gehen auch in Marburg jeden Freitag Schüler*innen und Studierende auf die Straße, mit wachsendem Erfolg. Beim 1. Globalen Klimastreik am 15.03.2019 sind es 3000, am 24.05.2019 demonstrieren 3500 Menschen in Marburg. Nach dem ersten Klimastreik und einer Initiative von Birgit Suelmann gründen sich im April 2019 die Parents for Future Marburg.

© Express Marburg, 24.05.2019

In ihrer ersten Aktion rufen sie zusammen mit den Fridays for Future zur nächsten großen Klimademonstration in Marburg zwei Tage vor der Europawahl im Mai auf. Dann organisieren sie im Juni 2019 eine Unterschriftenaktion und eine Kundgebung (zur Übergabe der Unterschriften an den Magistrat), damit in Marburg der Klimanotstand ausgerufen und so die notwendigen Schritte zur Bekämpfung der Erderhitzung in die Wege geleitet werden.

© OP 15.09.2019

Die Universitätsstadt Marburg ruft in ihrer Stadtverordnetenversammlung am 28.06.2019 als eine der ersten Städte in Deutschland den Klimanotstand aus. Damit erkennt sie die menschengemachte Klimakrise als existenzielle Bedrohung für die Artenvielfalt und den Menschen an und setzt sich ein neues Klimaschutzziel: Klimaneutralität bis 2030. Sie fordert u. a. vom Magistrat ein verbindliches Handeln für den Klimaschutz unter der Maßgabe des sozialen Ausgleichs, dazu einen Aktionsplan sowie die Bereitstellung der dafür nötigen Mittel im Haushaltsplan 2020 (zum Beschluss).

Im September 2019 formiert sich in Marburg erstmals ein breites Klimabündnis und ruft zusammen mit den Fridays for Future zum nächsten globalen Klimastreik auf. © OP 13.09.2019

Am 26.06.2020 verabschiedet die Stadtverordnetenversammlung den 130-seitigen Klima-Aktionsplan 2030. Er unterteilt das Klimaschutzkonzept der Stadt Marburg in vier große Handlungsfelder, mit Ober- und Unterzielen sowie konkreten Maßnahmen zur Umsetzung. Die vier Bereiche sind Energieerzeugung, Bauen und Modernisieren; Mobilität; Unterstützung für die Stadtgesellschaft; Flächennutzung (zum Klima-Aktionsplan).

An der Erstellung des Klima-Aktionsplans wirken zahlreiche Menschen aus der Stadtverwaltung, den Stadtwerken und der Gemeinnützigen Wohnungsbau GmbH mit. Außerdem machen Bürger*innen im Herbst 2019 in mehreren großen Veranstaltungen hunderte Vorschlägen, die in den Klima-Aktionsplan miteinfließen.

Der Klima-Aktionsplan wird von der Stadt als „work in progress“ bezeichnet, da es sich nicht um ein abgeschlossenes Projekt handele, sondern um einen Arbeitsprozess, der der kontinuierlichen Überprüfung und Erweiterung bedürfe. Das Klimabündnis macht ab dem Jahr 2021 dazu zahlreiche Vorschläge zur Erweiterung und Konkretisierung des Klima-Aktionsplans in den Sektoren Energie, Ernährung, Konsum, Verkehr, Land- und Forstwirtschaft (s. Zur regionalen Klimapolitik).

Bei den Kommunalwahlen im März 2021 werden die Grünen zum ersten Mal stärkste Fraktion und die aus der Klimabewegung hervorgegangene neue Klimaliste erreicht mit 6,4 Prozent der Stimmen vier Mandate bei der Wahl zur Marburger Stadtverordnetenversammlung. Im November 2021 bildet sich nach langen Verhandlungen eine „Klimakoalition“ aus den Grünen, der SPD, den Linken und der Klimaliste. Der anspruchs- und hoffnungsvolle Koalitionsvertrag ist überschrieben als „Eine gute Zukunft für Alle – Unser Weg in die sozial-ökologische Moderne für Marburg (zum Koalitionsvertrag).

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Bisherige Aktivitäten der Parents for Future Marburg

Unsere Treffen:

  • Sich den Klimafrust von der Seele reden, sich gegenseitig Mut machen,
    stärker werden in gemeinsamen Aktionen
  • Gegenseitige Literatur- und Fortbildungstipps
  • Interessante Zeitungsartikel und Fotos teilen
  • Planung von Aktionen
  • Kurzreferate einzelner zu Klimathemen
  • Expert*innen zu einem speziellen Thema einladen
  • „positive Klima(-Aktivitäts)-Nachrichten

© OP-online, 19.06.2019

Aktionen:

  • Klima-Notstands-Beschluss öffentlich einfordern 2019
  • Mobilisierung zu Demos: Plakate kleben, Mails schreiben, …
  • Demoteilnahme, auch als Ordner*in und Redner*in
  • Mahnwachen, z.B. „Spalier“ vor und Teilnahme an Stadtverordnetenversammlungen
  • Stände: Klimabänder, Marburg b(u)y night, Friedensforum, …
  • Anregungen zur Fortschreibung des Klima-Aktionsplans
  • Unterstützung von Aktivitäten anderer Organisationen:
    attac, solidarburg, Verkehrswende, Wir haben es satt, …
  • Gespräche mit Bundestagsabgeordneten
  • Briefe an Politiker*innen
  • Teilnahme an ARD/ZDF-Sendungen vor der Wahl mit Fragen
  • Fragen zur Oberbürgermeisterwahl online

© Parents for Future Marburg

Sammlung von Klimawünschen von Marburger*innen zur Bundestagswahl im September 2021

Zusammenarbeit mit anderen Gruppen und der Stadt Marburg

  • Klimabündnis der klimaaktiven Gruppen in Marburg
  • Austausch mit Fridays for Future
  • Online-Treffen mit Vertreter*innen aus Politik/Verwaltung
  • Klimabeirat der Stadt Marburg
  • Wattbewerb
  • Beteiligung in Auswahl-Jury für die Marburger Nachbarschaftsprojekte zum Klimaschutz
  • Teilnahme als Beobachter an Ausschüssen, z.B. Umweltausschuss Stadt Marburg
  • Einzelgespräche mit Personen aus Verwaltung
  • Antrag auf Nichtverbreitung fossiler Energien über eine Fraktion an die Stadtverordnetenversammlung
  • Kontaktaufnahme mit umweltaktiven Lehrer*innen an Marburger Schulen 2020

Öffentlichkeit/Presse:

  • Newsletter ca. alle 4 – 6 Wochen
  • Homepage
  • Leser*innenbriefe in der lokalen Presse
  • Pressemitteilungen
  • Anzeigen in der lokalen Presse in Zusammenhang mit geplanten Aktionen
  • Auf Anfragen anderer Organisationen Stellungnahme zu einem Thema verfassen bzw. sich deren Stellungnahme anschließen

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Inhaltlich verantwortlich für den Inhalt dieses Beitrags nach § 55 Abs. 2 RStV:
  • Claus